21.05.2015

Gradgenau erkennen und regeln mit FDT/DTM

Die präzise Temperaturerfassung ist in verschiendenen Applikationen ein wichtiger Bestandteil. Mit der Erfassungen können Meldungen, Vorwarnungen, Tendenzen oder einfach nur Informationen eines Prozessses aufgenommen werden. Die Wahl des Sensors, der entsprechende Temperaturbereich und das Ausgangsignal sollten exakt zur Applikation passen. Hier kommen  parametrierbare Wandler zum Tragen.

Feste Temperaturbereiche reichen nicht

Ein Standard Temperaturwandler von der „Stange“ ist in punkto Genauigkeit oder Linearitätsfehler generell nicht schlechter als ein parametrierbarer Wandler. Er besitzt jedoch oft nur feste Temperaturbereiche, ein genormtes Ausgangssignal oder nur den Anschluss eines Sensors. Parametrierbare Wandler stellen dagegen eine echte Lösung dar. Allerdings gilt es zu beachten, dass es hier auch zahlreiche Unterschiede gibt. Die Wandler können per Schalter (Dip-Schalter), mittels eines Adapters oder auch mit Hilfe einer Software eingestellt werden. Die Parametrierung per Schalter ist in den meisten Fällen sehr eingeschränkt bzw. nur in groben Bereichen möglich. Die Einstellungen per Software dagegen sind nahezu  grenzenlos. Gleichzeitig beginnen an dieser Stelle jedoch die „großen“ Probleme, da jeder Hersteller seine eigene Softwarelösung nutzt und der Anwender dadurch mehrere Tools kennen muss. Die Hersteller übergreifende Lösung ist die Verwendung von FDT/DTM.

FDT/DTM steht für Flexibilität

Mit FDT (Field Device Tool) wurde ein Standard geschaffen, mit dessen Hilfe Geräte unter verschiedenen Bedienoberflächen (Rahmenapplikationen) eingebunden werden können – durchaus vergleichbar mit dem Betriebssystem eines PC. FDT spezifiziert den Datenaustausch zwischen der Systemebene und den Feldgeräten, ist plattformunabhängig und der Name steht für eine standardisierte Schnittstelle (IEC PAS 62453).

LÜTZE und andere namenhafte Hersteller nutzen die Software PACTware, welche auf der FDT-Technologie basiert. PACTware kann zur Planung, Inbetriebnahme, während des Betriebs sowie zur  Instandhaltung und Wartung verwendet werden. Zur Bedienung von Geräten oder Garätefamilien werden spezielle DTM verwendet. Die Device Type Manager (DTM) stellen den spezifischen Gerätetreiber dar und enthalten alle parametrierbaren Eigenschaften. So ist die Anzeige von Messwerten,  eine graphische Unterstützung der Bedienung, eine Diagnosefunktion oder eine Offline- und Online-Parametrierung möglich.

PACTware und das DTM für den LÜTZE Temperaturwandler LCON-TA ermöglichen eine Parametrierung entsprechend der Applikation. Beispielswiese kann der Sensor PT100 mit einer 4-Leitertechnik, ein Temperaturbereich von -15 °C bis +55 °C und ein Ausgangssignal von 5-9 V gewählt werden. Ein Temperaturgrenzwertschalter, LCON-TLS, kann bezüglich Grenzwerte, Fenster, Hysterese, Tendenzüberwachung, Verzögerung, Alarmfunktion und vieles mehr parametriert werden.

Ein Softwaretool für alle Fälle

Anwender erhalten mit PACTware und den Herstellerspezifischen DTM ein Softwaretool für alle Applikationen.  Einsätze in Bereichen, wie Prozess- und Verfahrenstechnik, Windenergie, Baumaschinen und allgemeine Meß- und Regelungstechnik sind denkbar.

Autor: Klaus Wünschirs, Produktmarktmanager Control, Friedrich Lütze GmbH, Weinstadt