15.10.2014

Evolution im DC-Leitungsschutz

Alle heute verfügbaren LOCC-Boxen dienen als Ersatz für Leitungsschutzautomaten im Bereich der DC 24 V Ebene. Deshalb erfolgt der Einsatz wie der eines Leitungsschutzautomaten, das heißt, dass die Geräte nebeneinander montiert sind und jeder Automat einen Lastkreis darstellt. Von den Geräten erfolgt dann die weitere Verdrahtung zu den einzelnen oder mehreren Lasten die geschützt werden sollen.

LCOS CC kann das natürlich auch, aber viel eleganter. Und LCOS CC kann zudem noch viel  mehr. Erstmals ist es jetzt möglich, die Last und die zu schützenden Geräte in einem Block zu vereinen. Das Zauberwort dabei heißt „Energiebus“.

Der Powerbus besteht aus 4 Strängen und kann pro Kanal mit 16 A AC/DC belastet werden. Für den Standardeinsatz bedeutet das, dass jeweils zwei Stränge zusammengefasst werden und der maximale Einspeisestrom 32 A beträgt. Das besondere hier ist aber, dass der Minus oder im AC Bereich „N“ im Gegensatz zu der Standard LOCC-Box mitgeführt ist. Das bedeutet, dass Lastabgang und Rückleiter an einem Ort aufgelegt werden können. Das bringt nicht nur mehr Ordnung und Effizienz in den Schaltschrank, sondern vereinfacht auch die Planung z.B. über CAE-Systeme wie EPLAN. Sollten höhere Leistungen benötigt werden, so kann jederzeit an jedem Ort eine weitere Einspeisung über sogenannte Einspeisemodule erfolgen.

Aber der Powerbus kann noch mehr! Um nachgeschaltete Geräte, wie z.B. Dezentrale I/O Bausteine, Motorstarter, Schaltbaugruppen, etc. direkt mit einem DC-Schutzbaustein gegen Überlastung oder Kurzschluss zu sichern, wird der Powerbus mit jeweils einem Strang betrieben. Die zwei offenen Stränge beinhalten dann die abgesicherte Versorgung und schützen alle dahinter angereihten Funktionen.

Neben dem Powerbus bietet das LCOS System natürlich auch einen Datenbus, der aber nicht nur die Schutzfunktion LCOS CC sondern auch andere intelligente Baugruppen wie jegliche Art von I/O bedienen kann. Die Anbindung erfolgt dann über die neuen LCOS Buskoppler für Ethercat, Profinet oder Ethernet IP. Natürlich können diese Buskoppler aber auch über die LOCC-Box Schnittstelle die herkömmlichen Geräte bedienen.

Nach Aufbau des Power- und Datenbusses werden die LCOS CC oder andere Bausteine einfach aufgesteckt. Da alle weiteren Anschlüsse an den LCOS-Baugruppen steckbar ausgeführt sind, ist jetzt ein Austausch ohne Eingriff in die Verdrahtungsebene möglich, was die Effizienz deutlich erhöht.

Neben der neuen mechanischen Systematik wurden die Schutzbausteine auch in der Funktion erweitert. Da ist z.B. die Bereitstellung des 90%-IN-Signals als Status und ein zusätzliches Sammelstörmeldesignal, da die Baugruppen jetzt zwei Kanäle enthalten. Ein weiteres besonderes Highlight bietet das neue LCOS CC dadurch, dass es im Falle von Überlast oder Kurzschluss eine 2-polige galvanische Trennung von der Last ermöglicht. Auch alle Status-Signale und der Ferneingang sind über interne Relais oder Optokoppler nach außen galvanisch getrennt ausgeführt. Diese Baugruppe ist aber weiterhin 1-kanalig realisiert.

Die Evolution im DC Leitungsschutz geht also weiter und erreicht mit dem neuen effizienten LCOS CC System ihren vorläufigen Höhepunkt im Bereich DC-Leitungsschutz.