Zum Bäume ausreißen: Die richtige Kabelkonfektion bei der Holzernte - Friedrich Lütze GmbH

Zum Bäume ausreißen: Die richtige Kabelkonfektion bei der Holzernte

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Holzerntemaschinen? Darunter können sich Nicht-Holzfäller oft nicht so viel vorstellen. Zumindest bis man die Extremlösungen des österreichischen Herstellers Konrad in Aktion kennenlernt. Dessen multifunktionale Aggregate arbeiten mit recht komplexer Kabelkonfektion von LÜTZE – und dafür gibt es triftige Gründe.

Das sechsrädrige, spinnenartige Gefährt arbeitet sich emsig den steilen Gebirgswald hoch. Dank 6x6-Allradantrieb und synchroner Fahr- und Schreitbewegungen kann es der Waldarbeiter von seiner Kabine aus enorm flexibel manövrieren. Diese Holzerntemaschine beweist sich in den schwierigsten Wäldern weltweit.

Neben solchen Rad-Harvestern der „Highlander“-Serie produziert die Konrad Forsttechnik GmbH in Kärnten unterschiedliche Holzerntemaschinen auf Rad- oder Raupenfahrwerken; außerdem Seilkrananlagen für nicht befahrbare Steilhänge. Hier wird das schwebende Ernteaggregat per Fernsteuerung zum Einsatzort dirigiert.

Schneller als zehn Forstarbeiter

Die eigentliche Ernte des Baums verrichtet das multifunktionale Aggregat „Woody“. Am Kranarm hängend erledigt es gleich drei Arbeiten: fällen, entasten, sortieren. Von seiner Kabine aus legt der Waldarbeiter zuerst die Greifer des Aggregats um den Baumstamm, fährt eine Kettensäge aus und kappt ihn. Worauf der Greifer den Stamm flink in die Horizontale wendet und zwischen zwei gezahnte Endlos-Rotatoren schiebt, die ihn rasend schnell entasten. Per Vorschub lassen sich dann Stammstücke in gewünschter Länge absägen. Bis der Greifer diese sauber aufstapelt sind nur Minuten vergangen, dann geht’s ab zum nächsten Baum.

Montage des multifunktionalen Aggregats „Woody“ mit komplexen Kabelbäumen von LÜTZE (Bildnachweis: Rene Knabl)

Auch bei -30°C heißt es: Timber!

Man ahnt, wie verästelt ein Kabelbaum aufgebaut sein muss, um alles zu steuern: die Greifer, Bügel, Walzen, Rotatoren und Drucksensoren, dazu Zopf- und Kappsäge samt Kettenspanner sowie Flügelmesser. Und alles muss in jedem Klima tipptopp funktionieren: ob heiß oder kalt, bei hoher Luftfeuchtigkeit oder stark schwankenden Umgebungstemperaturen der Maschinen, auch mal von -25°C bis +40°C. Denn die Harvester ackern von Norwegen bis Rumänien, von Spanien bis Russland. Selbst in asiatischen und südamerikanischen Ländern vertraut man dem Spezialgerät aus Oberpreitenegg.

Nur exzellente Qualität hält das aus

Extreme Anforderungen also. Und extremer Ärger, wenn in abgelegenen Wäldern eine Maschine ausfallen sollte, samt sehr teurer Reklamationen. Auf absolute Verlässlichkeit sind die Waldarbeiter angewiesen – so wie der Hersteller Konrad auch auf die Qualität seiner Zulieferer. In puncto Cable & Connectivity verbindet Konrad seit rund 15 Jahren eine Partnerschaft mit LÜTZE. Ging es anfangs um unterschiedliche Kabelkonfektionen, kam über die Jahre der Wunsch nach komplexeren Kabelbäumen dazu, teils mit mehr als 30 Litzen und 2-poligen Deutschsteckern beziehungsweise rechteckigen, hochpoligen Hybrid-Steckverbindern für den Automotivbereich ausgestattet - man sieht den Baum vor lauter Kabeln kaum.

Super Lösung für LÜTZE SUPERFLEX-Verbundleitung

Aktuell werden neun Kabelbaumtypen zugeliefert. Besonders knifflig zu lösen: ein Kabelbaum, der aus zwei Teilen zu verbinden ist. Auf der einen Seite die Litzen einer schleppkettengeeigneten Leitung des Typs LÜTZE SUPERFLEX® PLUS N PUR, am anderen Ende die flexiblen, temperaturbeständigen Aderleitungen eines anderen Kabelstrangs – und beides muss nach dem Verlöten der Litzen ohne Lufteinschlüsse und absolut feuchtigkeitssicher sein. LÜTZE entwickelte Lösungen ohne silikonverfüllten Schrumpfschlauch und präsentierte die Muster. Die Wahl fiel auf einen Kabelmanager, der mit einer Extra-Tülle und PUR-Kleber funktioniert. Eine Idee, die über die Vorgaben hinausreicht, den Zweck noch besser erfüllt und sehr ordentlich aussieht.

Eigenes Zentrum für Kabel-Kompetenz

Stetig optimiert Konrad seine Produkte und entwickelt neue Modelle. In der Folge sind angepasste oder gänzlich individuelle Lösungen gefragt. LÜTZE steht da nicht auf der Leitung – dank der gelebten Nähe zum Kunden wird flexibel und schnell agiert. So war beispielsweise für eine bestimmte Leitung ein besonders abriebfester und leichtgängiger Außenmantel gefragt, der Außendurchmesser so klein wie möglich, maximal 11,0 mm. Also konstruierte LÜTZE die Leitung so um, dass sie nun gleitfähiger ist und sogar nur 8,0 mm misst. Nach ersten 500 m als Muster wurden sukzessive mehrere tausend Meter geordert. Danach wünschte Konrad einen auf 9,0 mm geänderten Außendurchmesser, um ihn mechanisch noch etwas belastbarer zu machen.

Bei solchen individuellen Lösungen involviert ist immer das LÜTZE Kompetenzzentrum Connectivity in Tschechien: Seit Mitte 2019 sind hier alle Aktivitäten der LÜTZE Gruppe im Bereich Kabelkonfektion gebündelt. Die findigen Kollegen bringen gerne ihr reiches Know-how ein. Und sie reißen Bäume aus, um jede Herausforderung ein bisschen besser als erwartet zu meistern.

Autorin: Ing. Arnela Naunovic, Produkt Markt Managerin LÜTZE Österreich
Bildnachweis
Titelbild: Konrad Forsttechnik